Geschichte des Metronoms

Der andalusische Erfinder Abbas Ibn Firnas (810 – 887) baute vermutlich als Erster ein Gerät, das dem gleichen Zweck wie das heutige Metronom dienen sollte.

Studien, die der Entwicklung des Metronoms vorausgingen, beschäftigten sich mit der Bewegung des Pendels. Hier sind besonders Galileo Galileis Entdeckungen im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert zu nennen. Im Jahr 1676 stellte Thomas Mace ein einfaches Fadenpendel für die Einhaltung eines gleichmäßigen Tempos vor. 1696 baute Etiénne Loulié das erste verstellbare mechanische Metronom. Sein Design produzierte allerdings keinen hörbaren Taktschlag und besaß noch keine sogenannte „Hemmung“ um das Pendel in einer gleichmäßigen Bewegung zu halten. Es bestand – ähnlich wie bei Mace – aus einem Fadenpendel; den Unterschied machte allein eine am Faden befestigte Bleikugel. Um mit einem solchen „visuellen“ Metronom den Takt halten zu können, muss der Musiker das Pendel ansehen, als ob er dem Taktstock eines Dirigenten folgen würde.

Zwischen 1800 und 1820 wurden verschiedene Zeitmesser erfunden. Größere Beachtung und Verbreitung fand das Metronom jedoch erst durch Johann Nepomuk Mälzels Konstruktion. Mälzel war als Instrumentenbauer und Konstrukteur mechanischer Automaten tätig. Der Aufforderung mehrerer Musiker folgend, entwarf er einen Taktgeber.

Beethoven war der erste bekanntere Komponist, der Metronomangaben in seiner Musik benutzte (1817). Er forderte genauere und einheitlichere Tempodefinitionen als bisher. Zuvor wurden die damals benutzten Tempovorgaben wie „adagio, presto, allegro“ vom Musiker individuell interpretiert. Zwar gab es gewisse Konventionen – so gaben Lehrer ihre Interpretation an Schüler weiter und innerhalb verschiedener Gebiete wurden Tempoangaben ähnlich wiedergegeben. Aber schon in anderen Ländern war mehr als nur ein feiner Unterschied der jeweiligen Tempi zu spüren.

Ratsuchend wandte Mälzel sich 1814 an Dietrich Nikolaus Winkel, einem deutschen, in Amsterdam lebenden Mechaniker und Orgelbauer. Daraufhin entwickelte Winkel ein „Musik Chronometer“, der damals fortgeschrittenste Entwurf.

Mälzel nahm diesen Entwurf, fügte eine weitere Skala hinzu und ließ dieses Metronom in eigenen Fabriken in Paris und London fertigen. Das Patent auf sein Metronom erhielt er am 5. Dezember 1815. Erst nachdem bereits sehr viele Geräte gefertigt und – teilweise bis nach Amerika – verkauft waren, erfuhr Winkel davon und reklamiert die Erfindung für sich. 1820 gewinnt er zwar den Rechtsstreit gegen Mälzel, aber vielen Zeitgenossen galt weiterhin Mälzel als Erfinder des Metronoms, daher auch die lange gebräuchliche Bezeichnung „Mälzels Metronom“.

Ein anderes Metronom aus dem Hause Mälzel stammte von Leonhard Mälzel, Johanns Bruder. Es wird allerdings als stark abweichend beschrieben und setzte sich nicht durch.